Dritte internationale Traumapädagogik-Konferenz
Bis bald auf der 3. internationalen Traumapädagogik-Konferenz !

Viele der Verhaltensweisen, mit denen Kinder und Jugendliche auf Traumatisierungen reagieren, sind für ihr Umfeld mitunter schwer nachvollziehbar und manchmal auch belastend. Forschungserkenntnisse aus Psychotraumatologie und Hirnforschung ermöglichen uns heute ein professionelles Verständnis der Auswirkungen von psychischen Traumata auf die Entwicklung und Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen.

Traumapädagogik bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten zur Förderung des Selbstverstehens, der Emotionsregulation, der physischen und psychischen Widerstandsfähigkeit (Resilienz), sowie der Partizipation. Die traumapädagogische Grundhaltung beinhaltet ein aus fachlicher Sicht verändertes Verständnis von Gruppenprozessen und Gruppendynamik, von haltgebenden Strukturen, bindungsförderndem Verhalten und Stabilisierung, sowie auch von der Zusammenarbeit mit dem familiären Umfeld.

Es ist das Anliegen von SOS Kannerduerf Lëtzebuerg, Menschen die in ihrem beruflichen und privaten Alltag traumatisierten Kindern und Jugendlichen begegnen, wie Erzieher, Sozialarbeiter, Lehrer, Krankenpfleger, Pflege- oder Adoptiveltern, Ärzte, Polizisten, Juristen etc., neue Handlungsmöglichkeiten aufzuweisen.

Kinder besitzen erstaunliche Kräfte, sich zu entwickeln. Sie brauchen Verbündete, die sie stärken, Verbündete, die sie schützen, und Verbündete, die sie auf ihrem Weg zu einer selbstbemächtigten Zukunft begleiten.

Wilma Weiss
Mitbegründerin der Traumapädagogik

Programmübersicht
09:00 - 12:30 (Live-Stream mit 15 Min. Pause)
Unsichtbare Erinnerungen

In dieser Konferenz befassen wir uns mit der Bedeutung transgenerationaler Traumaweitergabe in der pädagogischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, und deren Familien:

Transgenerationale Traumata sind Traumata bei denen Erleben und Symptome ungefiltert / unbearbeitet von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Dabei geht es um Kriegserlebnisse, Erfahrungen von Folter, Verfolgung oder Flucht, Vernachlässigungs- oder Trennungserfahrungen, Erlebnisse sexueller Gewalt oder emotionaler / physischer Misshandlung. Bei dieser sogenannten « sekundären » Traumatisierung entwickeln die Kinder Traumasymptome ohne eigene auslösende Erlebnisse, aufgrund ihrer engen Beziehung und dem Zusammenleben mit den traumatisierten Eltern.

Sprache: Deutsch, Simultanübersetzung in Französisch

Anmeldung 29.11.2021

Wilma WEISS und Jacob BAUSUM
09:00 - 12:30 (Live-Stream mit 15 Min. Pause)
Ist Trauma ansteckend?

Die Umstände, in denen Kinder traumatisiert werden können, sind unzählig: vorsätzliche oder unbeabsichtigte Ereignisse, häusliche oder äußere Gewalt, bekannte oder unbekannte Täter, Vorhandensein oder Fehlen von Geschwistern, Alter und Entwicklungsstand des Kindes...

Für Fachleute, die in solchen Situationen intervenieren, ist die Betreuung besonders sensibel, da sie dadurch mit Themen wie Grenzüberschreitungen, ihrer eigenen Beziehung zum Kind, zu Autorität, Gewalt, Sexualität, Familie und Recht konfrontiert werden. Solche Situationen können zu massiven Abwehrreaktionen führen, die das Kind dem Risiko aussetzen, nicht geschützt zu werden (durch Verleugnung, Ablehnung, projektive Identifikation, Verharmlosung usw.), aber auch einen Leidensdruck bei den Professionellen zur Folge haben können (berufliche Erschöpfung, sekundäres Trauma). Werden die betroffenen Dienste auf institutioneller Ebene nicht unterstützt, geht der daraus resultierende Zerfall von institutionellen Bindungen oft einher mit erheblichem Leiden auf Teamebene. Solch traumatischen Kontaminationseffekte sind unvermeidlich, können aber eingedämmt und begrenzt werden.

Sprache: Französisch, Simultanübersetzung nach Deutsch

Anmeldung 30.11.2021

Dr Hélène Romano

Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher dass ich es schaffe

Pippi Langstrumpf

Die Redner

Jacob Bausum

Jacob Bausum, Jahrgang 1975. Erzieher, Dipl. Sozialarbeiter, Traumapädagoge. Seit 2008 Referent und seit 2012 Mitglied im Leitungsteam des Zentrum für Traumapädagogik. Ausserdem Mitglied im Vorstand des Fachverbands Traumapädagogik e.V..

Schwerpunkte: Trauma und Gruppe, sexuell grenzverletzende Kinder und Jugendliche Er ist Autor diverser Fachartikel und Co-Autor traumapädagogischer Fachbücher, u.a. mit Wilma Weiß.

Mehr infos

    Wilma Weiß

    Wilma Weiß, geb. 1951, Diplom-Pädagogin und Diplom-Sozialpädagogin, hat die Bundesarbeitsgemeinschaft für Traumapädagogik (BAG-TP) mit gegründet und gilt somit als eine der Begründerinnen der Traumapädagogik in Deutschland. Sie ist (Co-)Autorin zahlreicher Fachartikel und Bücher, darunter:

    Wilma Weiß (2018) « Hey, ich bin normal! »: Herausfordernde Lebensumstände im Jugendalter bewältigen. Perspektiven von Expertinnen und Profis

    Wilma Weiß (2016) Philipp sucht sein Ich: Zum pädagogischen Umgang mit Traumata in den Erziehungshilfen (Basistexte Erziehungshilfen)

    Wilma Weiß (2016) Handbuch Traumapädagogik (Beltz Handbuch)

    Wilma Weiß (2014) « Als wär ich ein Geist, der auf mich runter schaut »: Dissoziation und Traumapädagogik (Edition Sozial)

      Hélène ROMANO

      Dr. Hélène Romano, Psychologin, Therapeutin, Dozentin, Trainerin, Autorin zahlreicher Artikel und Koautorin bzw. Autorin von Büchern, darunter :

      Romano H. (2018) Quand la vie fait mal aux enfants. Paris, Odile Jacob.

      Romano H. Izard E (2018) Le livre blanc de la protection de l’enfance. Paris, Amazone

      Romano H. (2017) L’arbre et l’ombre de la lune. Parler du suicide d’un parent à l’enfant. Paris, Éditions courtes et longues, 2017.

      Romano H. (dir). Accompagner l’enfant victime en justice. Maltraitance & agression. Paris, Dunod, 2017.

      Romano H. Day A. Après l’orage. Parler des attentats aux enfants. Paris, Éditions courtes et longues. 2016

        Vielleicht baue ich eine neue Familie, weil die alte kaputt ist

        Zena, 8 Jahre

        Anmeldung
        Live-Stream

        Die Traumapädagogik-Konferenz präsentiert sich dieses Jahr im Online-Format: Die Konferenzen werden via Live-Stream aus der Abtei Neimënster übertragen.  

        Eine Replay-Funktion bietet außerdem die Möglichkeit, sich die Vorträge bis zu 7 Tage nach der Konferenz zu einem Zeitpunkt Ihrer Wahl anzusehen.

        Teilnahmegebühr

        60 € / Konferenz

        Im Preis inbegriffen:

        • Individuelles Passwort für den Live-Stream
        • Möglichkeit, via Chat Fragen zu stellen
        • Zugang zur Replay-Funktion
        • Teilnahmebestätigung
        Anmeldungen über den Ticket-Service der Abtei Neimënster

        Über den Ticket-Service der Abbaye Neimënster sind nur Einzelbuchungen möglich. Bei Gruppenanmeldungen oder sonstigen Fragen kontaktieren Sie uns bitte unter 32 90 03 – 48 oder schreiben Sie an: traumapaedagogik@kannerduerf.lu

        29.11.2021: Unsichtbare Erinnerungen

        30.11.2021: Ist Trauma ansteckend?